Tee ist nicht immer Tee. Neben klassischem Grünem und Schwarzem Tee aus der Teepflanze, gibt es noch viele verschiedene Teesorten die durch unterschiedlichste Formen der Fermentation ihren Platz in der Welt des Tees erobert haben.
Und natürlich zählen Aufgüsse aus Wurzeln, Kräutern und Früchten im weitesten Sinne auch zu Tee, obwohl sie mit der Teepflanze an sich nichts zu tun haben. Einen Überblick über die verschiedenen Teesorten wollen wir auf dieser Seite aufzeigen.
Was unterscheidet echten Tee von Kräuter- und Pflanzenaufgüssen?
Nicht alle als „Tee“ bezeichneten Getränke stammen von der Teepflanze (Camellia sinensis). Viele Kräuter und Pflanzen werden frisch oder getrocknet mit heißem Wasser überbrüht, um ihre gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe freizusetzen.
Welche Pflanzen werden als Heilkräuter traditionell verwendet?
Schon seit Menschengedenken kommen Heilkräuter zum Einsatz, die je nach Überlieferung, Land und Kultur unterschiedlich genutzt werden. Dabei werden oft einzelne Pflanzenteile verwendet, um spezifische Wirkungen zu erzielen.
Welche Vielfalt an Aufgussgetränken gibt es weltweit?
Neben klassischen Heilkräutern werden in verschiedenen Ländern auch viele andere besondere Pflanzen als Aufgussgetränke genutzt, die sich in Geschmack und Wirkung deutlich vom echten Tee unterscheiden.
Was ist Oolong Tee und wie entsteht er?
Oolong Tee ist die Schnittstelle zwischen grünem und schwarzem Tee und wird halbfermentiert, also nur teilweise oxidiert. Nach der Ernte werden die Blätter zunächst in der Sonne angetrocknet. Durch das Schütteln in Bambussieben reißen nur die Blattränder ein, wodurch der austretende Zellsaft oxidiert. Das Blattinnere bleibt grün. Die Fermentation wird durch Hitze oder Pfannenröstung gezielt beendet.
Warum ist der Fermentationsgrad so wichtig?
Der Geschmack des Oolong Tees hängt maßgeblich vom richtigen Zeitpunkt der Unterbrechung der Fermentation ab – eine Kunst, die viel Erfahrung erfordert. Es gibt verschiedene Sorten mit Fermentationsgraden von 5 bis 90 Prozent, die unterschiedliche Geschmacksprofile erzeugen.
Welche besonderen Eigenschaften hat Oolong Tee?
Oolong wird wegen seiner Form und Farbe auch „Kleiner schwarzer Drache“ („Wu Long“) genannt. Er zeichnet sich durch eine aromatische Süße und einen lieblich-blumigen Geschmack aus. Hochwertige Oolong-Tees können bis zu achtmal aufgegossen werden, wobei sich Aroma und Duft bei jedem Aufguss verändern.
Warum wird Oolong auch „blauer Tee“ genannt?
Der Begriff „blauer Tee“ bezieht sich auf die bläulich-schwarze Färbung der getrockneten Blätter, die typisch für Oolong ist.
Weißer Tee - weich, mild und leicht
Wann wird weißer Tee geerntet?
Weißer Tee wird im Frühjahr geerntet. Dabei werden nur die jungen Blätter und teilweise noch geschlossene Blattknospen sorgfältig gesammelt. Warum heißt er weißer Tee? Der Name „weißer Tee“ stammt von dem feinen, weißen Flaum, der einige zarte Blätter an der Unterseite bedeckt und dem Tee sein charakteristisches Aussehen verleiht.
Welche gesundheitlichen Vorteile hat weißer Tee?
Weißem Tee werden viele positive gesundheitliche Eigenschaften zugeschrieben, da er einen besonders hohen Vitalstoffgehalt besitzt.
Wie wird weißer Tee verarbeitet und wie schmeckt er?
Um das feine Aroma und die wertvollen Inhaltsstoffe zu bewahren, erfolgt die Herstellung besonders schonend und ohne oder mit sehr geringer Oxidation. Der Geschmack ist leicht fruchtig, mild und weich. Der Tee ergibt eine sehr helle, zarte Tasse.
Was ist gelber Tee?
Gelber Tee gedeiht auf steinigem Untergrund in den höchsten Anbaulagen, wo das Klima und die Bodenverhältnisse ideal für diese besondere Teesorte sind.
Wie wird gelber Tee verarbeitet?
Ähnlich wie beim Oolong wird der gelbe Tee nur teilweise fermentiert. Um den Fermentationsprozess im richtigen Moment zu stoppen, ist viel Fingerspitzengefühl erforderlich. Welche gesundheitlichen Vorteile bietet gelber Tee? Gelber Tee enthält einen hohen Anteil an Vitalstoffen und wirkt daher belebend und erfrischend.
Wie schmeckt gelber Tee?
Das Blatt ist oft grobkugelig oder spiralartig geöffnet. Geschmacklich präsentiert sich der Tee fruchtig, fein würzig bis mild und weist nur eine geringe Bitterkeit auf. Historisch galt gelber Tee im übrigen als besonderes Getränk, das lange Zeit vor allem von buddhistischen Mönchen genossen wurde.
Was ist Halbschatten-Tee?
Teepflanzen gedeihen in der Natur oft im Schatten großer Bäume. Um Tee mit diesem besonderen Aroma zu erhalten, werden die Teesträucher 10–14 Tage vor der Ernte mit Netzen (japanisch: kabusé) beschattet.
Wie beeinflusst die Beschattung den Tee?
Das Klima, die Beschattung und die Bodenqualität verleihen dem Tee einen hocharomatischen Duft und Frische. Durch den Schattenwuchs enthalten die Blätter mehr Blattfarbstoffe und Extrakte.
Wie wirkt sich der Schatten auf Inhaltsstoffe und Wirkung aus?
Halbschatten-Tee hat einen höheren Koffeingehalt und wirkt daher stark anregend. Gleichzeitig enthält er weniger Gerbstoffe, was den Geschmack milder macht.
Wie wird der Halbschatten-Tee verarbeitet und wie schmeckt er?
Die Blätter werden ähnlich wie grüner Tee verarbeitet und haben nach dem Trocknen eine nadelartige Struktur. Der Tee lässt sich bis zu fünfmal aufgießen und überzeugt durch einen fein-fruchtigen Geschmack sowie ein kräftiges Aroma mit leichter Süße.
Woher stammt Pu Erh Tee?
Pu Erh Tee, auch roter Tee genannt, kommt ursprünglich aus der chinesischen Provinz Yunnan. Er wird aus einer wildwachsenden Unterart des Teestrauchs, dem Quinmao, gewonnen. Erste schriftliche Erwähnungen stammen bereits aus dem Jahr 350 n. Chr.
Wie wird Pu Erh Tee verarbeitet?
Die Herstellung verläuft in mehreren Phasen: Direkt nach der Ernte werden die Blätter vorgedämpft und anschließend gerollt. Danach trocknen sie in der Sonne und werden ein zweites Mal gerollt. Am Ende der ersten Phase erhält das Blatt durch Wärmezufuhr seine endgültige Form – so entsteht der „Qing Mao“ Tee.
Was passiert in der zweiten Verarbeitungsphase?
In der zweiten Phase erfolgt die Postfermentation: Der halbfeuchte Tee wird mit einem speziellen Teepilz geimpft und für 1–5 Jahre in Höhlen, unter der Erde oder in Kellern gelagert. Dabei trocknet der Tee langsam, während der Pilz eine Fermentation bewirkt.
Wie verändert sich der Tee durch die Lagerung?
Mit der Zeit färbt sich der Tee dunkelrot bis braun. Je nach Lagerdauer kann sich auf der Oberfläche ein leichter Schimmel bilden. Geschmacklich ist Pu Erh erdig und kräftig-würzig.
In welchen Formen wird Pu Erh Tee angeboten?
Ursprünglich wurde Pu Erh zu verschiedenen Formen gepresst, wie Ziegelformen, kleine Nester (Toucha) oder Teescheiben. Heute ist er meist in loser Form erhältlich.
Woher stammt Mate Tee und wie wird er gewonnen?
Mate Tee wird aus den Blättern des immergrünen Matestrauchs gewonnen und kann sowohl geröstet als auch grün angeboten werden.
Welche Wirkung und welchen Geschmack hat Mate Tee?
Mate enthält Koffein, wodurch seine anregende Wirkung stärker wird, je kürzer der Tee gezogen wird. Bei längerer Ziehzeit entwickeln sich durch die Gerbstoffe ein rauchiges bis bitteres Aroma.
Wie wird Mate traditionell zubereitet?
Das typische Trinkgefäß ist die Cuia (Kalebasse), ein ausgehöhlter, getrockneter Kürbis. Etwa zwei Drittel Mate werden in die Cuia gefüllt. Der erste Aufguss erfolgt mit nicht kochendem Wasser und wird nach kurzem Ruhen mit der Bombilla (Trinkröhrchen) tief in die Cuia gesteckt.
Der erste Aufguss wird ausgesaugt und weggespuckt, da er zu bitter ist. Der rauchige Geschmack von Mate kommt mit dem Zweiten Aufguss.
Wo wächst der Matestrauch und aus welchen Pflanzenblättern wird Mate hergestellt?
Der Matestrauch ist vor allem in Argentinien, Paraguay und Brasilien heimisch und für Mate werden die Blätter einer speziellen Stechpalmenart verwendet.
Welche gesundheitlichen Wirkungen soll Mate haben?
Mate soll den Stoffwechsel fördern, ist reich an Vitaminen und wirkt durch den Koffeingehalt anregend.
Wie schmeckt Mate Tee?
Geschmacklich erinnert Mate an einen kräftigen grünen Tee, geprägt von herben, leicht rauchig-würzigen Aromen.
Wie trinkt man Mate Tee heute?
Nach dem ersten Aufguss wird heißes Wasser eingefüllt, und der aromatische Mate Tee kann getrunken werden. Mehrere Aufgüsse sind möglich, bis der Geschmack nachlässt
Was ist Rooibos?
Rooibos, auch bekannt als Rotbusch-, Redbos-, Buschmann- oder Koopmannstee, wächst in Südafrika. Die etwa ein Meter hohe Pflanze besitzt feine Ästchen und Zweige, die an Ruten erinnern. Ihre Blätter ähneln grünen Kiefernadeln.
Wie wird Rooibos-Tee hergestellt?
Zur Herstellung werden die Äste in der Sonne getrocknet und anschließend zerkleinert. Die fertige Tasse Rooibos zeigt eine rubinrote Farbe.
Wie schmeckt Rooibos-Tee und welche besonderen Eigenschaften hat Rooibos?
Der Tee schmeckt weich, mild und leicht süß. Rooibos enthält weder Gerbsäure noch Koffein, wodurch er sehr einfach zuzubereiten ist. Weder eine zu lange Ziehzeit noch eine Überdosierung beeinflussen den Geschmack negativ.
Was ist Lapacho?
Lapacho wird aus der Rinde der Tabebuia-Bäume gewonnen, die bis zu 700 Jahre alt werden können und in den Regenwäldern Südamerikas sowie in Indien wachsen.
Welche Eigenschaften hat Lapacho?
Der Tee wird eine Vielzahl heilender Kräfte zugeschrieben, darunter die Stärkung des Immunsystems, Wundheilung und antibiotische Wirkungen.
Wie wird Lapacho zubereitet und wie schmeckt er?
Für einen halben Liter Wasser wird etwa ein Teelöffel Lapacho verwendet, der fünf Minuten gekocht und anschließend zehn bis zwanzig Minuten ziehen gelassen wird. Das fertige Getränk hat einen lieblichen Geschmack mit Anklängen von Vanille und Karamell.
Und was ist mit Matcha?
Dem aktuell so beliebten Matcha haben wir eine eigene Rubrik gewidmet. Alle Infos zu dem außergewöhnlichen Tee findet ihr unter Was ist Matcha?