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Die Geschichte des Tee

China

Die Entdeckung des Tees wird chinesischen Legenden zur Folge auf den Kaiser Shen Nong um 2700 v. Chr. zurückgeführt. Dieser rastete nach einer langen Reise unter einem Baum und kochte sich in einem Kessel Wasser ab, um seinen Durst zu löschen. Dabei wehte ein leichter Wind ein paar Blätter in das Wasser. Das Wasser färbte sich hellgrün und ein angenehmer Duft stieg dem Kaiser in die Nase. Er probierte neugierig das Getränk und fand es besonders köstlich und fühlte sich sogleich erfrischt und belebt. Der Baum, von dem das Blatt herab fiel, war ein wilder Teebaum. Der Tee wurde entdeckt.

Historisch belegt ist, dass 1066 v. Chr. der Kaiser von China Tee aus Yunnan als ein Tribut geschickt bekam. Yunnan, in der 260 der bekannten 360 Teearten zu finden sind, gilt als Urheimat der Art Camellia sinensis.

Ursprünglich lautet die chinesische Bezeichnung für Tee „Tu“. Unter dieser Bezeichnung taucht der Begriff Tee bereits in einem Buch der Zhou-Dynastie (794-221 v. Chr.) auf. Hier wird die Verwendung von Tee zu religiösen Ritualen beschrieben. 

Das chinesische Schriftzeichen „cha“, welches bis auf einen Pinselstrich dem Zeichen für „tu“ gleicht, erscheint erstmalig 725 n. Chr. in der geschriebenen Sprache und ersetzt das „tu“, welches nur noch im Dialekt eines Küstenortes erhalten bleibt. Vermutliche leiteten die Europäer das Wort „Tee“ von dieser alten Bezeichnung ab.

In China hat die Tee Geschichte schon lange vor unserer Zeitrechnung begonnen und Tee galt dort als ein gebräuchliches Getränk. Als bei uns die Zeit der Römer endete, hatten selbst schon die Barbaren den Geschmack des Tees entdeckt und tauschten sogar Ihre Pferde gegen dieses Naturgut. Ende des 8. Jahrhunderts herrschte in Europa gerade das Mittelalter, während sich China auf dem Höhepunkt von Kultur und Macht befand und einen Mann mit dem Namen Lu Yü zum Schutzpatron des Tees ernannt wurde. Als Waisenkind bei buddhistischen Mönchen aufgewachsen, bekam Lu Yü die Chance, ein Buch über Anbau und Produktion von Tee in verständlicher Weise zu verfassen. Nach fünf Jahren intensiver Arbeit brachte er so das erste Teebuch der Welt hervor, das Ch’a Ching. Es sollte dem Leser die Welt des Tees erschließen und ihn in das Reich der Sinne entführen.

Die Entdeckung des Tees wird häufig auch den buddhistischen Mönchen zugeschrieben. Die Lehre von Buddha verbreitete sich über die Seidenstraße von Indien nach China. In einer Überlieferung heißt es, dass der Mönch Gan Lu den Tee im ersten Jahrhundert von einer Pilgerreise nach Indien mitbrachte. Noch heute sollen die von ihm gepflanzten Teebäume am Mengding-Berg in Sichuan zu sehen sein.

Die Tee Geschichte kennt viele Überlieferungen zur Entstehung der Teekultur. Sicher ist, dass die buddhistischen Mönche in ihren Klöstern die Methoden des Teeanbaus und der Verarbeitung immer mehr verfeinerten. Sie entwickelten auch verschiedene Typen von weißem, grünem und Oolong Tee. 

Da die Klöster nicht nur religiöser Orden, sondern auch kulturelles und soziales Zentrum waren, lernten die unterschiedlichsten Menschen bei ihrem Aufenthalt in Klöstern den Brauch des Teetrinkens. 

Während der Tang-Dynastie von 618-907 N. Chr. wurde zu den verschiedensten Festen und Anlässen in zeremoniellen Rahmen Tee getrunken. Eigens dafür bedachte der kaiserliche Hof die Klöster mit edlem Teegeschirr.

Der Brauch, Tee zu trinken, verbreitete sich von Südchina in den Norden des Landes. Aber auch andere Länder erfuhren von der Sitte des Teetrinkens durch Händler, Seeleute und Bankiers, welche sich während des goldenen Zeitalters in China aufhielten.

Nach Zusammenbruch der Tang-Dynastie kam im Jahre 960 nach fünfzehn Kaisern die Sung-Dynastie an die Macht. In dieser Zeit entwickelten sich neue Formen der Teekultur. Der Beamte Cai Xiang (1012-1067) verfasste ein neues Teebuch, welches die moderne Form des Teegenusses beschreibt. In dieser Zeit wird die Zubereitung von pulverisiertem Tee mittels Bambusbesens in einer Schale erklärt. Während der  Hochzeit der Sung-Dynastie von 1100-1126 entstanden die ersten Teehäuser.

Mit Einzug der Mongolen um 1270 unter Dschingis Khan wurde ein Drittel der chinesischen Bevölkerung und mit ihr deren Kultur nahezu ausgelöscht.

Nach Sturz der Mongolen-Herrschaft und mit Beginn der Ming-Zeit hatten sich Sitten und Gebräuche so verändert, dass alte Traditionen kaum noch vorhanden waren. Vielmehr bereitete man nun Tee zu, indem man die losen Blätter in eine Schale gab und mit heißem Wasser übergoss. Dieser Blatttee wurde in einer Guywan, der so genannten Deckeltasse zubereitet und verdrängte den pulverisierten und den gepressten Tee. Unfermentierter grüner Blatttee wird also schon seit Ende des 12. Jahrhunderts getrunken, die Verarbeitung immer weiter verfeinert. 

Erst durch Entwicklung des Fermentationsverfahrens im 16. Jahrhundert entstanden die so genannten Schwarzen Tees (hongcha), ein wichtiges Exportgut von 1644-1911 in den Westen. Sorten wie Souchong und Congou waren dabei ein Teil des exportierten Tees. 

Im 18. Jahrhundert entstanden durch neue Verfahren der Verarbeitung in buddhistischen und taoistischen Niederlassungen Sorten wie Oolong und Pekoe. Diese neuen Teesorten spielten im Handel mit Europa nach 1750 ebenso eine große Rolle. 

Die Art der Sung-Zeit, gepulverten und geschlagenen Tee zu zelebrieren, wurde nur noch in Japan geehrt.

Japan

Das Teetrinken wurde in China erfunden und buddhistische Wandermönche brachten im 8. Jahrhundert ihr Wissen um Tee und dessen Kultivierung mit nach Japan. In den folgenden Jahrhunderten drangen immer mehr chinesische Bräuche in die Kultur Japans vor. Die Teekultur in Japan entwickelte sich jedoch eigenständig weiter und Japanischer Grüner Tee gehört heute mit zu den hochwertigsten und teuersten Teesorten der Welt.
Einer Legende nach soll der berühmte Zen-Priestermönch Saito zum ersten Teemeister Japans gekürt wurden sein. In seinem Teegarten empfing er den Kaiser, welcher so begeistert war von dem grünen Getränk, dass er befahl, überall in seinem Reich Teegärten anzulegen.
Somit wurde Grüner Tee anfangs nur am kaiserlichen Hof getrunken und erst nach und nach weitete sich sein Konsum auch auf adelige Mönche aus. Tee half, während den Meditationen wach und aufmerksam zu bleiben und wurde auch als Medizin verwendet.

Die Entwicklung zum Genussmittel fand in der Heian Periode (784- 1185) statt und nun wurde Grüner Tee auch dem Volke zugänglich. Daraus geht auch die berühmte japanische Teezeremonie hervor und es wurden erste Tee Akademien gegründet, die noch heute existieren.
Die Herstellungsmethoden von japanischem Grüntee haben sich über die Jahre von den chinesischen Methoden entfernt. Nicht nur die unterschiedlichen Anbaubedingungen (vulkanische Böden, salzige Winde) sorgen für einen geschmacklichen Unterschied. In China werden die Teeblätter in heißen Wokpfannen geröstet, um die Fermentation zu stoppen. Um diesen Effekt zu erzielen, verwendet man in Japan heißen Wasserdampf. Uji- Methode nennt sich dieses Verfahren und gibt dem Tee einen besonderen Geschmack.

Im 19. Jahrhundert wurde in Japan das Beschatten der Teebüsche eingeführt. Hier sorgen beispielsweise große Bambusmatten über den Teefeldern dafür, dass die Pflanzen im Schatten wachsen. Es findet weniger Photosynthese in den Teeblättern statt, was die Bildung von mehr Chlorophyll, Theanin und Koffein anregen soll. Außerdem bilden sich im Schatten weniger Bitterstoffe. Auf diese Weise entsteht ein einzigartiges Geschmacksprofil. Die wohl bekanntesten Sorten des Schattentees sind zum Beispiel Matcha und Gyokuro.

Teetrinken ist ein fester Bestandteil vieler Rituale, Zeremonien und Traditionen in Japan und tief mit der japanischen Kultur verwurzelt.

Indien- Vom Kaffee zum Tee

Indien ist mit etwas mehr als einer Millionen Tonnen Tee jährlich Nummer zwei der weltgrößten Teeländer. Davon werden ca. 10000 Tonnen nach Deutschland importiert, somit ist Indien für uns der zweitwichtigste Handelspartner, wenn es um Tee geht.
Im Vergleich zu China und Japan ist es ein noch sehr junges Teeanbaugebiet und erst im 19. Jahrhundert wurde Tee in Indien nach und nach zum Erfolg.
Lange bevor Tee in Indien kultiviert wurde, war es vor allem für seinen Kaffee bekannt, doch die Engländer suchten einen Weg, unabhängig von China, an ihren Tee zukommen. So experimentierten im botanischen Garten Kalkuttas englische Wissenschaftler mit Teesamen, welche aus China geschmuggelt wurden und 1834 gelang es ihnen, erste Stecklinge aus den Samen zu ziehen. Zu dieser Zeit entdeckte der Abenteurer Robert Bruce im Regenwald von Assam die bis dahin unbekannte tropische Variante des Tees: Thea Assamica.
Diese Spezies wächst, wenn sie nicht zurückgeschnitten wird, zu einem bis zu 20 Meter hohen Baum heran, wodurch sie lange Zeit unentdeckt blieb, da man bisher nur Teesträucher kannte.
Der Bruder von Robert Bruce kultivierte mit Hilfe chinesischer Teebauern im feuchtheißen Regenwald den Assam-Tee und bereits 1837 gelangte die erste Ernte als exotische Rarität nach England.
Es wurde die “Assam Tea Company“ gegründet und zahlreiche Teeplantagen um den bis dahin unscheinbaren Ort Dibroogarh angelegt. Aufgrund seines malzig-würzigen Charakters schaffte es der Assam-Tee, die bis dahin dominanten chinesischen Tees vom englischen Markt zu verdrängen.
Eine weitere bekannte Teeregion Indiens ist Darjeeling, an den Südhängen des Himalaya. In 2000 Höhenmetern und kurz vor der Vegetationsgrenze ist das Pflanzenwachstum stark verlangsamt und die Sonneneinstrahlung intensiver. Bei Teetrinkern besonders beliebt ist der Darjeeling First Flush, der als erstes nach dem Winter geerntet wird und darum auch den Namen Frühlingstee trägt. Der kurzfermentierte schwarze Tee überzeugt mit seinem zart-blumigen Aroma.
Ab Mitte Mai findet dann die zweite Pflückung statt und die länger fermentierten und gehaltvolleren, leicht nussigen Second Flush Sorten bzw. Sommertees entstehen. Die Herbsttees, auch Autumnals bezeichnet, werden ab Oktober geerntet und sind nicht ganz so kräftig wie der Second Flush.
Mittlerweile gehört der Tee in Indien auch zum Alltagsgetränk, wird jedoch in einer viel würzigeren Variante genossen. Zusammen mit einer Gewürzmischung aus Ingwer, Pfeffer, Kardamom, Zimt und Nelken wird der schwarze Tee aufgekocht und mit Milch und Zucker oder Honig verfeinert. Der Masala Chai (also Tee mit Gewürzen) wärmt, beruhigt und macht gleichzeitig wach. Dabei gibt es kein festgelegtes Rezept, sondern jede Region Indiens und jede Familie hat ihr eigenes, den Chai zuzubereiten. Vor allem steht der Chai in Indien für Gastfreundschaft und soll dem Gast Wärme und Geborgenheit vermitteln.

Hier gibt es weitere Informationen und Wissenswertes rund um Tee.