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Teeanbaugebiete

In knapp 35 Ländern wird heute Tee angebaut. Zum einen, um die Nachfrage im eigenen Land zu befriedigen, zum anderen natürlich für den Export. Neben den größten Teeanbaugebieten der Welt findet man zum Beispiel auch Plantagen in Malawi, Kenia, Ruanda, Nepal oder auf der indonesischen Insel Java, die ausgezeichnete Teequalitäten liefern. Die größten Anbaugebiete sind folgend beschrieben.

Teeanbaugebiete in Indien

Indien führt die Rangliste der Teeproduktion mit den bekannten Anbaugebieten Darjeeling, Assam, Nilgiri und Sikkim an. Der Teeanbau begann den Aufzeichnungen nach Ende des 18. Jahrhunderts.

Darjeeling ist eines der bekanntesten Teeanbaugebiete der Welt. An den Südhängen des Himalayas in bis zu 2500m Höhe werden die edelsten Sorten in über 80 Plantagen produziert. Bei den Sorten wird Qualität und Geschmack in Bezug auf die Erntezeit unterschieden. Für den first flush-Darjeeling werden von März bis Mai die ersten zarten Triebe nach der vegetativen Winterpause geerntet. Der Tee ist spritzig, frisch und lebhaft, der Duft ist blumig und beste Qualitäten weisen eine zarte Muskatel-Note auf. Die Tasse ist hellgelb bis honigfarben.

Der sogenannte inbetween wird zum Ende der ersten Ernte gepflückt, hierbei werden Blatt und Infusion dunkler. Der Geschmack ist vollmundiger und leicht würzig.

Second flush-Darjeeling ist die Sommerernte von Juni-Juli. Dieser Tee entwickelt dank intensiver und langer Sonneneinstrahlung Kraft und Aroma. Das Blatt ist dunkel, mit silbrigen oder goldbraunen Tips. Der Tee schmeckt aromatisch-würzig und entwickelt eine ausgeprägte Muskatel-Note. Die Tasse ist bernsteinfarben.

Die letzte Ernte des Jahres bezeichnet man als autumnal. Nach viel Regen im Spätsommer wird von Oktober bis November noch einmal ein milder, aber aromatischer Tee geerntet.

Im Nordosten Indiens befindet sich das Anbaugebiet Assam. Hier werden unter tropischen Klima kräftige und würzige Tees angebaut. Sie bilden häufig die Grundlage für klassische Schwarztee-Mischungen. Es gibt etwa 2000 Plantagen in dem Gebiet Assam. Der „ first flush“ wird hier von Mitte April bis Ende Mai geerntet. Jedoch findet man diese Qualität eher selten auf dem europäischen Markt. Aromatisch-frisch, hell in der Tasse und eher herb, entspricht Tee dieser Ernte nicht dem traditionellen Assam-Charakter. Der „second flush“ von Juni bis August bringt hohe Qualitäten für den Export. Der Tee weist einen hohen Anteil verschiedenfarbiger Tips auf, ist dunkel im Abguss und hat das typisch kräftige, voll-würzige Aroma und malzartigen Charakter.

Teeanbaugebiete auf Sri Lanka

Der Tee der Insel Sri Lanka wird heute noch unter dem ehemaligen Namen der Insel, Ceylon, verkauft.

Die Teeanbaugebiete erstrecken sich über die ganze Insel. Je nach geographischer Lage und Höhe des Anbaugebietes unterscheiden sich die Tees im Geschmack.

Die Angaben lowgrown von 0-650 Meter Höhe, midgrown von 650-1300 Meter Höhe und highgrown ab 1300 Meter Höhe über dem Meeresspiegel, geben Aussage zu den Anbauhöhen. Je höher die Plantage gelegen ist, umso besser die Qualität des produzierten Tees.

Unterteilt wird auf Sri Lanka in drei Hauptanbauregionen. Aus dem südöstlich gelegenen UVA-Distrikt stammen herbe, hochwertige Tees. Weiter westlich im Dimbula-Distrikt findet man köstliche goldfarbene Tees und aus den Bergen des Nuwara Eliya-Distrikts aus 2000m Höhe stammen hocharomatische, gold-gelb abgießende Teesorten.

Kräftig und dunkel sind die Lowgrown-Qualitäten des Flachlandes. Diese sind nicht für den gehobenen Teegenuss bestimmt.

Teeanbaugebiete in China

China wird als das Mutterland des Tees bezeichnet, die Provinz Yunnan als dessen Geburtsstätte. Von der Fläche her ist China der größte teeanbauende Staat und zugleich auch ein faszinierendes Land mit vielen Bergprovinzen. Zu den klassischen und bedeutsamen Teeanbaugebieten gehört zum Beispiel die südöstlich gelegene Provinz Zhejiang, bekannt für den Gunpowder "Temple of Heaven". Weiter südwestlich liegt Fujian, woher die traditionelle Jasmintee-Kultur stammt.

Außer den namentlich bekannten Regionen gibt es auch viele kleine, von Familien bewirtschaftete Plantagen, deren ausgezeichnete Qualitäten ebenso ihren Weg bis zu uns finden.

Das besondere an chinesischen Tees ist, dass sie nicht unter dem Gartennamen, wie zum Beispiel Assam oder Darjeeling, verkauft werden, sondern unter klangvollen Phantasienamen oder dem ursprünglichen Anbauort. Als Beispiele seien Chun Mee die „wertvolle Augenbraue“ oder Lung Ching der „Drachenbrunnen“ genannt. Einige Teesorten sind außerdem von wunderschönen Sagen umwoben, welche schließlich namensgebend waren.

Teeanbaugebiete in Japan

Trotz eigenen Teeanbaus muss Japan Tee importieren, da der Eigenbedarf ständig steigt. Honshu, die Hauptinsel, gilt als traditionelles Anbaugebiet. Nur wenige Tees gelangen in den Export, welche sich dann besonderer Nachfrage und Beliebtheit erfreuen können. In Japan wird der Tee nach dem Eintreffen in der Teefabrik einer Wasserdampfbehandlung unterzogen. Die Behandlung dient dazu, die Blattenzyme zu deaktivieren um die grüne Farbe des Blattes zu erhalten. Oft werden die Blätter nach diesem Vorgang zu einer nadelartigen Struktur gerollt, von Hand oder per Maschine. In Japan ist die Fläche des Teeanbaus etwa 90000 ha groß. 1,5 Tonnen werden pro ha etwa jährlich geerntet. Trotz des kühleren Klimas ist diese Menge durchaus beachtlich.